Mehr Strategie, weniger Gießkanne: GrECo-Studie zeigt warum Ausgaben für Benefits oft ins Leere laufen Wichtig für Bindung: 71 % der Unternehmen sehen Benefits als Schlüssel zur Mitarbeiter:innenbindung. Mehr als die Hälfte (68 %) schreibt ihnen auch fürs Recruiting einen hohen Stellenwert zu. Kantine und flexible Arbeitszeiten als Dauerbrenner: Klassische Benefits sind weiterhin beliebt. Die Nutzung von Kantine/Essenszuschuss (56 %) und flexiblen Arbeitszeiten (52 %) liegt bei mehr als der Hälfte der Unternehmen bei über 50 %. Lücke zwischen Angebot und Nachfrage: Einige Benefits wie das JobBike oder Angebote zur mentalen Gesundheit werden kaum von den Mitarbeitenden genutzt, obwohl sie von der Hälfte der Firmen angeboten werden. Kosten für Benefits unklar: Fast ein Drittel (29 %) der Firmen kennt die eigenen Ausgaben für Benefits nicht und agiert ohne klare, datengestützte Strategie.   Wien, am 10. März 2026 – Benefits sind für Unternehmen im Wettbewerb um die besten Talente wichtiger denn je, doch ein Großteil der Investitionen kommt beim Personal nicht richtig an. Der Grund: Eine massive Lücke zwischen den angebotenen Zusatzleistungen und dem, was Mitarbeitende tatsächlich nutzen. So werden beispielsweise Angebote wie das JobBike, Firmenwagen oder Programme zur mentalen Gesundheit von weniger als zehn Prozent der Belegschaft häufig in Anspruch genommen. Geringe Nutzung bedeutet aber nicht, dass ein Benefit automatisch überflüssig ist – oft liegt es auch an fehlender Kommunikation. Unternehmen müssen Benefits aktiv und wiederholt kommunizieren: in Meetings, über digitale Touchpoints wie Intranet oder Apps, durch HR-Multiplikatoren und regelmäßige Reminder. Das zeigt die neue „Health & Benefits Studie“ von GrECo.   „Viele Unternehmen investieren mit den besten Absichten, aber am realen Bedarf der Mitarbeitenden vorbei. Dieser Realitäts-Check zeigt, dass ein teures Benefit-Portfolio nutzlos ist, wenn das Personal es nicht in Anspruch nimmt“, erklärt Joachim Schuller, Competence Center Manager Health and Benefits bei GrECo. „Statt mit der Gießkanne Benefits auszuschütten, braucht es eine datengestützte Strategie, die zielgerichtet wirkt und die Mitarbeiter:innenbindung nachweislich stärkt.“   Warum teure Benefits oft wirkungslos bleiben Während 71 % der befragten Unternehmen Benefits als wichtig für die Mitarbeiter:innenbindung erachten, klafft zwischen Angebot und Nachfrage eine tiefe Lücke auf. So wird beispielsweise das JobBike bei fast der Hälfte der Unternehmen von weniger als zehn Prozent der Mitarbeitenden genutzt. Der Fitnesscenterzuschuss fällt bei einem Drittel der Unternehmen ebenfalls unter die zehn Prozent Marke. Flexible Arbeitszeiten werden von 91 % ermöglicht. Hier liegt bei der Hälfte der Unternehmen (52 %) die Nutzungsrate bei über 50 %. Besonders aufschlussreich ist der Blick auf Unternehmen mit hoher Fluktuation: Diese investieren tendenziell mehr in Recruiting als in Benefits. Statt reaktiv neue Mitarbeiter:innen zu suchen, sollten Unternehmen jedoch präventiv handeln und gezielt in Benefits investieren, um die Bindung zu bestehenden Mitarbeitenden zu stärken und die Kosten für Neubesetzungen langfristig zu senken.   Der blinde Fleck: Fehlende Daten führen zu fehlender Strategie Ein zentrales Problem ist die mangelnde strategische Steuerung, denn fast ein Drittel der Unternehmen (29 %) hat keinen Überblick über die Höhe ihrer Ausgaben für Benefits. Dieser Blindflug führt zu teuren Fehlentscheidungen, wie ein Blick auf die Zukunftspläne zeigt: 42 % der Firmen wollen in den kommenden zwölf Monaten neue Benefits einführen. Geplant sind vor allem das JobBike (15 %), ein Fitnesscenterzuschuss (14 %) und Zusatzkrankenversicherungen (10 %) – doch ein Blick auf die aktuellen Nutzungsraten zeigt, dass diese Benefits nicht zu jenen mit hoher Teilnahme zählen. „Wünscht sich der Arbeitgeber eine höhere Benefit-Teilnahme, kann eine Kostenbeteiligung entscheidend sein. Ein solcher Impuls kann die Einstiegshürde senken und die Attraktivität deutlich steigern. Denn ein Benefit entfaltet seine Wirkung erst dann, wenn er auch von den Mitarbeitenden genutzt wird“, erklärt Schuller.   Vorsorge-Benefits als Wettbewerbsvorteil Im Vergleich zu klassischen Benefits wie betriebliches Gesundheitsmanagement oder flexible Arbeitszeiten ist die betriebliche Vorsorge am österreichischen Arbeitsmarkt noch deutlich weniger verbreitet. In Vorsorgeleistungen wie Pensionszusagen, Gruppen-Krankenversicherung oder Berufsunfähigkeitsabsicherung steckt daher enormes Potenzial: Aktuell bietet weniger als ein Viertel der Unternehmen solche Leistungen an – einzelne Vorsorge-Benefits sogar unter zehn Prozent der Unternehmen. Dabei steckt hier viel Potential, weiß Schuller: „Damit vergeben Arbeitgeber eine große Chance, sich im Wettbewerb um Talente strategisch zu positionieren. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit suchen Mitarbeitende nach langfristiger Sicherheit. Eine vom Arbeitgeber geförderte Vorsorge ist ein starkes Signal der Wertschätzung und ein klares Bekenntnis zum Wohl der Belegschaft über den Arbeitsalltag hinaus.“   Für die „Health & Benefits Studie 2025“ führte GrECo zwischen Juli und November 2025 eine Befragung unter österreichischen Unternehmen über IPSOS durch, um die Sichtweisen und Strategien der Arbeitgeber zu beleuchten. An der Befragung nahmen schließlich 205 Unternehmensrepräsentant:innen aus 17 verschiedenen Branchengruppen teil. Die Erhebung zeigt auf, wo Investitionen in Benefits wirken und wo Handlungsbedarf besteht. Unternehmen, die ihre Benefit-Strategie regelmäßig evaluieren und datenbasiert steuern, können ihre Personalkosten effizienter einsetzen und gleichzeitig die Mitarbeiter:innenbindung nachhaltig stärken. Weitere Informationen zu den Studienergebnissen finden Sie unter https://greco.services/vorbestellung-hb-studie-2026.