Studie vom Kinderwunschzentrum an der Wien: Trotz historisch niedriger Geburtenrate bleibt der Kinderwunsch in Österreich hoch Studie vom Kinderwunschzentrum an der Wien zeigt: Trotz historisch niedriger Geburtenrate und wachsender Zukunftssorgen bleibt der Kinderwunsch, insbesondere bei jungen Menschen, in Österreich stark. Über ein Drittel der Österreicher:innen (36 %) findet es egoistisch, Kinder in die heutige Welt zu setzen. Dennoch: Knapp 65 % der Gen Z möchten dennoch Kinder bekommen und für zwei von drei Österreicher:innen (63,7 %) sind Kinder der Sinn des Lebens. Finanzielle Gründe halten fast jede zweite Person (48,8 %) vom Kinderwunsch ab. 68 % sprechen sich dafür aus, dass Single-Frauen ohne Partner Zugang zu künstlicher Befruchtung haben sollten. Wien, am 6. Mai 2026 – Die Geburtenrate in Österreich ist mit 1,29 Kindern pro Frau auf einem historischen Tiefstand. Gleichzeitig zeigen aktuelle Ergebnisse der repräsentativen Studie des Kinderwunschzentrum an der Wien ein ambivalentes Bild: Während mehr als jede dritte Person in Österreich (36 %) es als egoistisch empfindet, Kinder in die heutige Welt zu setzen, wünschen sich insbesondere junge Menschen weiterhin ihre eigene Familie. So geben knapp 65 Prozent der Gen Z an, trotz globaler Krisen in Zukunft Kinder bekommen zu wollen. „Was wir in der Studie sehen, ist kein schwindender Kinderwunsch, sondern ein verändertes Umfeld, in dem dieser Wunsch entsteht. Fragen nach finanzieller Stabilität, beruflicher Entwicklung und der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft spielen heute eine wesentlich größere Rolle. Kinder zu bekommen ist für viele Menschen längst nicht mehr nur eine emotionale, sondern auch eine sehr rationale Entscheidung geworden“, erkärt Prof. Dr. Andreas Obruca, ärztlicher Leiter des Kinderwunschzentrum an der Wien. Zwischen Zukunftsangst und Familienwunsch Die aktuelle politische Weltlage, wirtschaftliche Unsicherheit und steigende Lebenshaltungskosten beeinflussen den Kinderwunsch zunehmend. Mehr als die Hälfte der Österreicher:innen  (51,1 %) gibt an, aufgrund der aktuellen politischen Situation verstärkt darüber nachzudenken, ob sie überhaupt (weitere) Kinder bekommen möchten – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (39,6 %). Rund zwei Drittel (64,8 %) befürchten außerdem, dass die Welt in 20 bis 30 Jahren kein Ort mehr sein wird, den sie sich für ihre Kinder wünschen. Noch stärker ausgeprägt ist die Sorge allerdings beim Gedanken an die Gegenwart: 76,8 Prozent sind beunruhigt, wenn sie daran denken, dass ihre Kinder in der aktuellen politischen Lage aufwachsen. Besonders Millennials (80,1 %) und die Generation X (82 %) treiben diese Gedanken um. Fast jede zweite Person in Österreich verschiebt den Kinderwunsch aus finanziellen Gründen Neben geopolitischen Krisen prägen auch individuelle Lebensentwürfe die Familienplanung. Für knapp die Hälfte der Österreicher:innen (48 %) ist die Karriere derzeit wichtiger als der Kinderwunsch. Männer stimmen dem mit 52,9 Prozent noch stärker zu als Frauen. Auch finanzielle Aspekte bleiben ein zentrales Thema: Fast jede zweite Person (48,8 %) gibt an, dass finanzielle Gründe sie davon abhalten, (weitere) Kinder zu bekommen. Ein spürbarer Anstieg gegenüber 2025, als dieser Wert noch bei 44 Prozent lag. Damit wird finanzielle Sicherheit für immer mehr Menschen zur zentralen Voraussetzung für Familiengründung. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Einschätzung des „richtigen Zeitpunkts“ wider: 73,6 Prozent sind der Meinung, dass man den Kinderwunsch aufschieben sollte, bis finanzielle Stabilität gegeben ist. In der Gen Z steigt dieser Wert sogar auf 80 Prozent. „Wenn finanzielle Unsicherheit zur größten Hürde für Familiengründung wird, ist das ein klares gesellschaftspolitisches Warnsignal. Denn je länger die Entscheidung aus wirtschaftlichen Gründen hinausgeschoben wird, desto stärker rücken auch biologische Faktoren in den Vordergrund. Ein Aufschieben birgt das Risiko, dass der Kinderwunsch medizinisch schwerer realisierbar wird“, so der Kinderwunschexperte. Familie wird mit Single Women neu gedacht Die Studie zeigt zugleich einen deutlichen gesellschaftlichen Wandel bei Familienbildern. Drei von vier Österreicher:innen (75,2 %) sind der Meinung, dass ein stabiles soziales Umfeld für ein Kind wichtiger ist als ein klassisches Zwei-Eltern-Modell. Besonders relevant vor dem Hintergrund der für dieses Jahr erwarteten rechtlichen Entscheidung zur Zulässigkeit von Kinderwunschbehandlungen für alleinstehende Frauen ist ein weiteres klares Signal aus der Bevölkerung: 68,2 Prozent sprechen sich dafür aus, dass Single-Frauen ohne Partner Zugang zu künstlicher Befruchtung haben sollten. Auch im persönlichen Lebensentwurf zeigt sich diese Offenheit: 30,7 Prozent können sich vorstellen, auch ohne feste:n Partner:in ein Kind zu bekommen – bei Frauen liegt dieser Wert mit 37,4 Prozent deutlich höher. „Wir sehen sehr klar, dass sich Vorstellungen von Familie verändern. Viele Menschen stellen heute das Wohl des Kindes und ein unterstützendes Umfeld in den Mittelpunkt – unabhängig von traditionellen Familienbildern. Die gesellschaftliche Akzeptanz für Single Women und alternative Familienmodelle ist deutlich vorhanden, nun braucht es auch einen rechtlichen Rahmen, der dieser Lebensrealität Rechnung trägt“, so Obruca. Zur Umfrage Die Daten beruhen auf einer Online-Umfrage des Marketagent Instituts. Im Zeitraum zwischen dem 25.03.2026 und 01.04.2026 haben 1.000 Personen im Alter zwischen 14 und 75 Jahren aus ganz Österreich teilgenommen. Die Ausgangsstichprobe wurde gewichtet und ist repräsentativ für die österreichische Gesamtbevölkerung. Mehr Informationen unter www.kinderwunschzentrum.at Die Generationen im Überblick: Generation Z: geboren zwischen 1994 und 2010 Millennials: geboren zwischen 1980 und 1993 Generation X: geboren zwischen 1965 und 1979 Baby Boomer: geboren zwischen 1946 und 1964