Vater, Partner, Mitgestalter: Das neue Männerbild rund um Schwangerschaft Neue GYNIAL-Studie zeigt: Männer setzen sich bewusst mit Familienplanung auseinander, sehen aber Wissenslücken rund um Schwangerschaft. Knapp 7 von 10 Männern (68 %) im Alter von 20 – 29 wünschen sich (noch) ein Kind. Etwa zwei von fünf (40 %) davon hatten schon einmal die Sorge, keine Kinder zeugen zu können. 93 % der Männer finden, der Kinderwunsch sollte gut geplant sein. Bei Frauen liegt der Wert bei 90 %. 87 % der Österreicher finden zudem, Männer sollten besser über Schwangerschaft Bescheid wissen. 83 % aller Frauen und Männer sagen, Männer sollten in der Schwangerschaft mehr Verantwortung übernehmen. 33 % der Männer fühlen sich nicht ausreichend über Schwangerschaft informiert. Wien, 9. Juni 2026 – Vaterschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt: Moderne Väter wollen präsenter sein, Verantwortung übernehmen und Familienplanung bewusst mitgestalten. Eine aktuelle GYNIAL-Studie unter österreichischen Männern und Frauen zeichnet dabei ein differenziertes Bild und offenbart, wo zwischen Anspruch und Wirklichkeit noch Lücken klaffen. Kinderwunsch: Männer planen bewusster als man denkt Das Klischee, dass Familienplanung vor allem Frauensache sei, lässt sich mit den Studiendaten klar widerlegen: 93 % der Männer sind überzeugt, ein Kinderwunsch sollte gut geplant sein, bei Frauen sind es mit 90 % sogar etwas weniger. Besonders ausgeprägt ist der Kinderwunsch bei jungen Männern: In der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen wünschen sich 68 % (noch) ein Kind, bei gleichaltrigen Frauen sind es nur 55 %. Das zeigt: Männer denken früh und aktiv über ihre Rolle als zukünftige Väter nach. Dass dieser Wunsch auch mit Unsicherheiten verbunden ist, macht die Studie ebenfalls deutlich. Rund zwei von fünf jungen Männern (40 %) hatten bereits die Sorge, keine Kinder zeugen zu können. „Ein Befund, der zeigt, wie emotional aufgeladen das Thema Fertilität auch für Männer ist, auch wenn darüber seltener gesprochen wird“, interpretiert Roman Pichler, CEO von GYNIAL, die Ergebnisse. Familienplanung ist dabei längst kein rein privates Thema mehr: 60 % der Männer geben an, dass unterschiedliche Vorstellungen zur Familienplanung ein Ausschlusskriterium für eine Partnerschaft sind oder waren. Der Wunsch nach einem gemeinsamen Lebensweg mit oder ohne Kinder ist demnach ein zentrales Partnerschaftskriterium. Vaterschaft beginnt schon vor der Geburt Ein besonders aufschlussreicher Befund der Studie betrifft das Selbstverständnis von Männern in der Schwangerschaft: Fast 9 von 10 (89 %) sagen, für sie beginnt Vaterschaft bereits während der Schwangerschaft, nicht erst mit der Geburt. Dieses Verständnis von Verantwortung ist bemerkenswert und signalisiert einen echten Kulturwandel. Doch zwischen Haltung und Wissen klafft eine Lücke: 87 % der Männer finden, Männer sollten besser über Schwangerschaft informiert sein. Gleichzeitig fühlt sich jeder dritte Mann (33 %) nicht ausreichend informiert – und dass nur 60 % der Männer den Begriff Folsäure kennen, verdeutlicht, wie konkret diese Wissenslücken sind. Dabei spielt Folsäure eine essenzielle Rolle vor und während der Schwangerschaft. Sie dient dem Zellwachstum und der Zellteilung, sodass sich das Baby optimal entwickeln kann. Der Wille ist da, das Wissen holt noch auf. Dass der Wille zur aktiven Beteiligung keine Floskel ist, zeigt ein weiterer Befund: 83 % aller Befragten sind überzeugt, dass Männer während der Schwangerschaft mehr Verantwortung übernehmen sollten, sei es durch Verzicht auf Alkohol oder Rauchen aus Solidarität, durch das Organisieren von Medikamenten oder durch das Übernehmen von Care-Arbeit. Besonders ausgeprägt ist diese Haltung bei jungen Männern zwischen 20 und 29 Jahren: 90 % von ihnen teilen diese Überzeugung und liegen damit sogar über dem Frauenwert in dieser Altersgruppe von 80 %. Solidarität in der Schwangerschaft ist also keine reine Erwartung an Männer von außen, sondern ein Anspruch, den sie zunehmend an sich selbst stellen. „Vaterschaft beginnt nicht erst im Kreißsaal. Schon rund um Kinderwunsch und Schwangerschaft können Männer viel dazu beitragen, dass Verantwortung partnerschaftlich gelebt wird. Entscheidend ist dabei ein bewusstes Miteinander, in dem Frauen mit ihren körperlichen, mentalen und emotionalen Bedürfnissen ernst genommen werden“, erläutert Roman Pichler. Generation Zukunft? Junge Männer zeigen traditionelle Tendenzen Wer erwartet, dass die jüngste Generation am fortschrittlichsten denkt, wird von der Studie eines Besseren belehrt: Zwar sprechen sich insgesamt 81 % der Männer dafür aus, Care-Arbeit gleichberechtigt aufzuteilen, doch unter den 14- bis 19-Jährigen sind es mit 74 % deutlich weniger als in allen anderen Altersgruppen. Auch bei der aktiven Beteiligung an Kindererziehung und Betreuung schneiden die Jüngsten am schwächsten ab: Nur 77 % verbinden moderne Vaterschaft mit aktiver Beteiligung. Besonders aufschlussreich ist der Vergleich mit der ältesten Altersgruppe: Bei den 70- bis 75-jährigen Männern liegt dieser Wert bei 98 %, sie übertreffen damit die Jüngsten deutlich. Zur Umfrage: Die Erhebung wurde vom Marketagent Institut zwischen 25. März und 1. April 2026 im Auftrag von GYNIAL als repräsentative Online-Befragung (CAWI) mit 1.000 Personen im Alter von 14 bis 75 Jahren in ganz Österreich durchgeführt. Die Stichprobe wurde nach den Merkmalen der österreichischen Bevölkerung gewichtet und ist damit repräsentativ. 733IV1I052026, Stand: Mai 2026