Unsichtbare Barrieren: 400.000 Farbenblinde in Österreich täglich betroffen Tag der Farbenblindheit am 6.9.: Viele Hürden im digitalen Raum 8 % der Männer, 1 % der Frauen: Mehr als 400.00 Menschen betroffen Häufigste Probleme: Formularfelder, Hyperlinks und Farbfilter Icons, Beschriftungen und Muster: Effektive Lösungen für digitale Barrierefreiheit Wien, am 1. September 2026 – Der Alltag im Netz ist für farbenblinde Menschen oft frustrierend. Was für andere ein offensichtlicher Hinweis ist – eine rote Fehlermarkierung oder ein eingefärbter Link – kann für Menschen mit Farbsehschwäche eine unüberwindbare digitale Barriere sein. Zum Internationalen Tag der Farbenblindheit am 6. September zeigt Accessiway, der führende europäische Anbieter für digitale Barrierefreiheit, wie barrierefreies Design den digitalen Raum auch für Menschen mit Farbsehschwäche voll zugänglich macht. Jeder 13. Mann: Insgesamt mehr als 400.000 Menschen betroffen Mehr als 400.000 Menschen in Österreich haben eine Farbsehschwäche. Deutlich stärker betroffen sind Männer, von denen rund acht Prozent und somit mehr als jeder 13. eine Farbsehschwäche hat. Bei den Frauen ist es rund ein Prozent . Wer betroffen ist, kann nicht alle Farben unterscheiden, am häufigsten treten Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung von Rot und Grün auf. Im digitalen Raum wird diese Einschränkung schnell zum großen Problem – vor allem, wenn Informationen ausschließlich über Farbe vermittelt werden. Häufigste Probleme: Formularfelder, Hyperlinks und Farbfilter Eingaben in Formularfelder, die nur durch rote oder grüne Färbung als fehlerhaft oder korrekt dargestellt werden, Hyperlinks, die sich nur durch eine leicht abweichende Farbe vom restlichen Text abheben, oder Online-Shops, in denen Produkte nur durch farbige Quadrate ohne Beschriftung zu filtern sind, stellen für farbenblinde Menschen Barrieren dar, die Bankgeschäfte unmöglich machen, notwendige Informationen vorenthalten oder Einkäufe verhindern. „Besonders tückisch ist, dass es farbenblinde Menschen oft gar nicht bemerken, wenn sie eine Information verpassen, weil sie eine rein farbliche Markierung einfach nicht sehen können. Umso wichtiger ist es, weitere Erkennungsmerkmale zu verwenden“, erläutert Helena Selakovic, Expertin für digitale Barrierefreiheit bei Accessiway. Effektive Lösungen: Icons, Beschriftungen, Kontraste und Muster So sinnvoll farbliche Markierungen für Menschen ohne Beeinträchtigung sind, so wichtig ist es, diese auch für farbenblinde Menschen sichtbar zu machen. Icons bei falsch ausgefüllten Eingabefeldern, unterstrichene Links, beschriftete Farbfelder in Produktfiltern, gemusterte Flächen in Diagrammen und Grafiken oder schlicht hohe Kontraste zwischen verschiedenen Elementen helfen farbenblinden Menschen, Inhalte korrekt wahrzunehmen. „Das ist auch für Menschen hilfreich, die eine andere Sehschwäche haben oder einfach ihr Smartphone oder Tablet im grellen Sonnenlicht benutzen“, so Selakovic. Erkennen von Barrieren: Verständnis für Kontext erforderlich Um digitale Barrieren zu erkennen und zu beheben, setzen viele Unternehmen auf automatische, KI-basierte Analysetools. „Diese automatisierten Tools können jedoch häufig nicht unterscheiden, ob eine farbliche Abhebung ohne weiteres Merkmal ein Problem darstellt oder ob diese durch eine ergänzende Beschriftung oder ein Icon völlig in Ordnung ist. Dafür braucht es Verständnis für den Kontext einer Website“, erklärt Selakovic. Um Unternehmen eine Möglichkeit zu geben, den Barrierefreiheitsstatus ihrer Websites nachzuverfolgen und den Fortschritt der Behebung an einem Ort zu verwalten, hat Accessiway auf einer neuen Plattform technologische Exzellenz und menschliche Expertise vereint. Die Plattform bietet zudem die notwendigen Tools für Software-Entwickler:innen, um Probleme effizient zu lösen. In der aktuellen Folge von „Ctrl + Alt + Include: The Accessible Podcast“ beschäftigen sich Expert:innen für digitale Barrierefreiheit damit, wie man barrierefreie Webdesigns für Nutzer mit Farbenblindheit und Sehbehinderungen erstellt. Jetzt auf Spotify oder YouTube anhören.