Presseinformation vom 19.12.2025

Boom mit Bremsklotz: Asset Management kämpft trotz Rekordhochs an verwaltetem Vermögen mit Effizienzdruck

Dr. Utz Helmuth Strategy&

Senior Executive Advisor bei Strategy& Deutschland

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  • Die globale Asset Management-Branche verbucht 2024 einen deutlichen Ertragssprung und steigert ihren Gewinn vor Steuern um 19%
  • US-Anbieter bauen ihre Dominanz gegenüber europäischen Häusern aus und verzeichnen seit 2019 eine mehr als doppelt so hohe Wachstumsrate beim verwalteten Vermögen
  • Obwohl die Branche immer mehr Kapital akkumuliert, bleiben die operativen Kosten hoch und erhöhen den Effizienzdruck
  • Dem US-Aktienmarkt könnte eine Korrektur bevorstehen – mit empfindlichen Gewinneinbrüchen für Vermögensverwalter
  • Wer KI-unterstützte Betriebsmodelle forciert, Private Markets-Expertise stärkt und Partnerschaften vorantreibt, verschafft sich Vorteile im harten Wettbewerb

Pressetext 6295 ZeichenPlaintext

  • Die globale Asset Management-Branche verbucht 2024 einen deutlichen Ertragssprung und steigert ihren Gewinn vor Steuern um 19%
  • US-Anbieter bauen ihre Dominanz gegenüber europäischen Häusern aus und verzeichnen seit 2019 eine mehr als doppelt so hohe Wachstumsrate beim verwalteten Vermögen
  • Obwohl die Branche immer mehr Kapital akkumuliert, bleiben die operativen Kosten hoch und erhöhen den Effizienzdruck
  • Dem US-Aktienmarkt könnte eine Korrektur bevorstehen – mit empfindlichen Gewinneinbrüchen für Vermögensverwalter
  • Wer KI-unterstützte Betriebsmodelle forciert, Private Markets-Expertise stärkt und Partnerschaften vorantreibt, verschafft sich Vorteile im harten Wettbewerb

Wien, 19. Dezember 2025. Nach einer verhaltenen Erholung im Vorjahr gelingt es der globalen Asset Management-Branche 2024 wieder, eingesammeltes Kapital in höhere Erträge umzuwandeln und den Gewinn vor Steuern im weltweiten Schnitt um 19% zu steigern. Das geht aus der aktuellen „Asset Management-Studie 2025“ von Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC, hervor. Mit Rückenwind durch ein stabiles Marktumfeld und steigende Börsenkurse erhöht sich das verwaltete Vermögen (Assets under Management, AuM) um 12%. Auch der Umsatz legt kräftig zu und springt von mageren 1% Wachstum im Jahr 2023 auf 8% im Jahr 2024. Gleichzeitig bleibt die Kostenseite kritisch: Das durchschnittliche Aufwand-Ertrags-Verhältnis (Cost Income Ratio, CIR) liegt mit 66% – das entspricht 66 Cent Betriebskosten pro verdientem Euro – weiterhin auf hohem Niveau. Die operativen Ausgaben pro Vermögenswert (OpEx pro AuM) steigen von 30 auf 31 Basispunkte. Trotz des Aufschwungs kämpft die Branche also weiterhin mit erheblichen Effizienzproblemen.

US-Dominanz und strukturelle Unterschiede bei Vermögensverwaltern
Laut Studie profitieren nicht alle Anbieter gleichermaßen vom Aufschwung. Geografisch zeigt sich eine klare US-Dominanz: Während US-Anbieter zwischen 2019 und 2024 ein beeindruckendes AuM-Wachstum von 62% erzielten, kamen europäische Häuser nur auf 25%. Strukturell prägen zwei Geschäftsmodelle das Marktgeschehen. Auf der einen Seite stehen „Pure Scale Player“, die konsequent auf Standardisierung und Skaleneffizienz setzen. Auf der anderen Seite arbeiten „Value Chain Integrators“, die große Teile der Wertschöpfungskette abdecken, von der Kundenberatung über die Produktentwicklung bis hin zum Reporting. Zusammen erobern sie drei Viertel des Marktes. Das Nachsehen haben Captives, die konzerninternen Asset Manager großer Banken und Versicherungen, deren Wachstum mit 21% klar hinterherhinkt. Der Grund liegt in ihrer starken Abhängigkeit von ihren Mutterkonzernen, mehr internen Auflagen und begrenzten Skalierungsmöglichkeiten. Eine besonders hohe Profitabilität zeigen vor allem Boutique-Anbieter mit spezialisierten Strategien und schlanken Kostenstrukturen.

„Die Asset Management-Branche hat sich 2024 nachhaltig erholt und kann wieder solide Gewinne verbuchen. Doch dieser Erfolg sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gesamtlage angespannt ist“, sagt Dr. Utz Helmuth, Senior Executive Advisor bei Strategy& Deutschland. „Trotz der positiven Zahlen zerren der hohe Kostendruck und die steigenden Ausgaben nach wie vor an der Profitabilität. Umso wichtiger wird es für Asset Manager, ihre Geschäftsabläufe konsequent auf die effiziente Unterstützung durch KI auszurichten. Arbeitsintensive Workflows wie Handelsabgleiche, Compliance-Monitoring oder Reporting sollten konsequent automatisiert werden. KI-Assistenten können Portfoliomanager:innen und Analyst:innen dabei unterstützen, Marktanalysen zu erstellen und Szenario-Simulationen durchzuführen. Intelligente Kundenanalysen helfen, Cross-Selling-Potenziale zu identifizieren. Kurz gesagt, muss die Branche lernen, mit weniger Ballast schneller zu segeln.“

Platzt die KI-Blase? Drei Szenarien für die kommenden Jahre
Dass der Handlungsdruck auf die Branche steigt, zeigt auch ein Blick in die USA, dem wichtigsten Referenzmarkt für Asset Manager. Dort liegt die Staatsverschuldung inzwischen bei rund 135% des Bruttoinlandsprodukts. Gleichzeitig erreichen die Aktienbewertungen von US-Tech-Unternehmen immer neue Rekorde. Ein Warnzeichen dafür, dass die Marktstimmung nicht mehr durch die reale Wirtschaft gestützt sein könnte. Laut Studie sind drei Szenarien denkbar: Im optimistischen Fall sorgt (generative) KI für nachhaltige Produktivitätsschübe und könnte den Aktienindex S&P 500 über zwei bis drei Jahre um mehr als 20% jährlich wachsen lassen. Doch selbst mit erwarteten Gewinnzuwächsen von bis zu 7% müssen sich Asset Manager frühzeitig auf eine Plateauphase vorbereiten („S“-Form). Im mittleren „V“-förmigen Szenario platzt die KI-Blase: Die Aktien der großen US-Tech-Unternehmen stürzen um 50% ab und reißen den S&P 500 um 20% nach unten, erholen sich aber binnen sechs bis zwölf Monaten wieder. Die Auswirkungen auf die Asset Management-Branche wären mit einem Gewinnrückgang von 15-30% ebenfalls erheblich. Das Worst-Case-Szenario wäre ein globaler Makro-Schock mit geopolitischen Krisen und tiefgreifender Marktbereinigung – hier drohen Asset Managern Gewinneinbrüche von bis zu 60%, von denen sich die Branche nur langsam erholt („L“-Form).

„In der Finanzwelt mehren sich leise, aber unüberhörbare Signale, dass die Märkte in eine Phase erhöhter Fragilität eintreten könnten. Die Asset Management-Branche sollte das Gewinnplus des Jahres 2024 daher als Rückenwind nutzen. Jetzt ist der Moment, um die eigene Widerstandsfähigkeit gegenüber potenziellen Marktkorrekturen nachhaltig zu stärken“, erklärt Dr. Utz Helmuth. „Ebenso wichtig wie die Nutzung von KI ist der Ausbau des Private Markets-Segments, das stabile Erträge liefern kann, wenn klassische Märkte ins Schlingern geraten. Und nicht zuletzt gilt es, Partnerschaften zu stärken und sich auf verstärkte M&A-Aktivitäten vorzubereiten, um Skaleneffekte zu nutzen und wettbewerbskritische Nischenkompetenzen ins Haus zu holen. Wer jetzt klug handelt, kann auch in stürmischen Zeiten Kurs halten.“

Die vollständigen Ergebnisse der Asset Management-Studie 2025 erhalten Sie auf Anfrage oder unter: https://www.strategyand.pwc.com/de/en/industries/financial-services/asset-management.html
Über Strategy&
Strategy& ist die globale Strategieberatung von PwC. Wir entwickeln individuelle Geschäftsstrategien für weltweit führende Unternehmen, basierend auf differenzierenden Wettbewerbsfähigkeiten. Wir sind die einzige Strategieberatung als Teil eines globalen Professional Services Netzwerks. Unsere Expertise kombinieren wir mit Technologie und erarbeiten daraus eine passende Strategie, die effizient umsetzbar ist. „Strategy, made real“ heißt für uns, den digitalen Wandel voranzutreiben, die Zukunft mitzugestalten und Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. 4.500 Strategieberater:innen und mehr als 365.000 PwC-Mitarbeiter:innen in 136 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei. Weitere Informationen unter www.strategyand.pwc.com/de.
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Kontakt

Eva Hubacek (Strategy&)
Eva Hubacek, MA
Business Director, Ketchum GmbH
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