Presseinformation vom 31.03.2026

KI-Agenten eröffnen in Europa ein neues Marktsegment von 109 Mrd. Euro bis 2030

Matthias Schlemmer Strategy&

Studienautor und Partner bei Strategy& Österreich

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  • KI-Agenten, die Aufgaben selbstständig ausführen und eigene Entscheidungen treffen, verändern den Handel grundlegend
  • Einkauf, Logistik und Verkauf steuert solche Agentic AI zunehmend in Echtzeit
  • KI-Agenten können operative Kosten im Kundenservice bis 2029 um bis zu 30 % senken und gleichzeitig Umsatz und Produktivität steigern
  • Europa fällt bei der KI-Reife deutlich hinter China und die USA zurück und muss aufholen, um im globalen Wettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren

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  • KI-Agenten, die Aufgaben selbstständig ausführen und eigene Entscheidungen treffen, verändern den Handel grundlegend
  • Einkauf, Logistik und Verkauf steuert solche Agentic AI zunehmend in Echtzeit
  • KI-Agenten können operative Kosten im Kundenservice bis 2029 um bis zu 30 % senken und gleichzeitig Umsatz und Produktivität steigern
  • Europa fällt bei der KI-Reife deutlich hinter China und die USA zurück und muss aufholen, um im globalen Wettbewerb nicht den Anschluss zu verlieren

Wien, 31. März 2026. Bereits in wenigen Jahren könnten KI-Agenten in Europa vollkommen autonom Einkäufe im Wert von bis zu 109 Mrd. Euro im E-Commerce tätigen und damit ein Marktsegment schaffen, das heute noch nicht existiert. Das zeigt die aktuelle Studie The agentic AI revolution in retail - From vision to process reality von Strategy&, der globalen Strategieberatung von PwC. Sie identifiziert Agentic Commerce als nächste Evolutionsstufe des Handels: Autonome KI-Agenten verhandeln, entscheiden und kaufen eigenständig – sowohl im Auftrag von Verbraucher:innen als auch von Unternehmen. Bis 2030 könnte dieses Segment bis zu 15% des europäischen E‑Commerce ausmachen. Für Handelsunternehmen öffnet sich damit ein neues Spielfeld mit eigenen Regeln, Wertschöpfungslogiken und Wettbewerbsdynamiken.

Höhere Umsätze, geringere Kosten
Auffällig ist vor allem das Tempo der Transformation. Laut Studie verbreitet sich Agentic AI im Handel rund viermal schneller als einst der klassische E‑Commerce. Ein Grund dafür: KI-Agenten adressieren gleich mehrere strukturelle Herausforderungen – nicht nur an der Kundenschnittstelle, sondern auch in der Beschaffung, etwa angesichts volatiler Lieferketten und wachsenden Margendrucks. Bereits die Hälfte aller Händler:innen prüft konkrete Einsatzmöglichkeiten, 20% haben KI‑Agenten schon heute entlang zentraler Wertschöpfungsstufen implementiert. Erste Effekte weisen in eine klare Richtung: Zwei Drittel der US-Unternehmen mit KI-Agenten berichten von Produktivitätsgewinnen. Gleichzeitig könnten KI-Agenten die operativen Kosten im Kundenservice bis 2029 um bis zu 30% senken, sobald autonome Systeme Routineanfragen übernehmen und Prozesse in Echtzeit orchestrieren. Entsprechend groß ist die Erwartung in der Branche. Knapp drei Viertel der befragten US-Unternehmen rechnen in den nächsten zwölf Monaten mit einem spürbaren Wettbewerbsvorteil durch Agentic AI.

Agentic AI verspricht mehr Umsatz, höhere Produktivität und gleichzeitig sinkende Kosten – eine Kombination, die dem klassischen Handel neue Wachstumspotenziale bietet“, sagt Dr. Matthias Schlemmer, Studienautor und Partner bei Strategy& Österreich. „Um diese auszuschöpfen, reicht es allerdings nicht, neue Software zu installieren. Unternehmen müssen vielmehr ihre gesamte Wertschöpfung neu auf agentische KI ausrichten, die sowohl Verbraucher:innenprozesse als auch die Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen verändern wird. Arbeitsabläufe, die heute von Menschen gesteuert werden, müssen künftig die Fähigkeiten autonomer KI-Agenten einbeziehen. Teams aus Menschen und KI‑Agenten werden zum Standard, was neue Kompetenzen, neue Rollen und ein neues Führungsverständnis erfordert. Vor allem aber braucht es eine moderne Datenarchitektur. Um das volle Potenzial von Agentic AI auf die Straße zu bringen, müssen alle relevanten Daten über einheitliche Schnittstellen verbunden werden. Nur dann können Agenten systemübergreifend handeln und Entscheidungen in Echtzeit orchestrieren.

Europa muss im globalen Wettbewerb aufholen
Wie groß der Handlungsdruck vor allem für die europäische Retail-Branche ist, zeigt der Blick auf die globale Wettbewerbslandschaft. In China melden bereits 51% der Unternehmen Umsatzsteigerungen durch KI-Anwendungen, in den USA sind es 21%, in Europa hingegen lediglich 14%. Zugleich drängen große US‑Tech‑Unternehmen mit leistungsfähigen Agentic-AI-Lösungen und eigenen Partnernetzwerken sowie Ökosystemen in den Handel. Der Wettbewerb wird sich bis 2030 spürbar verschärfen. Für europäische Händler:innen steigt damit das Risiko, den Anschluss an den KI‑gestützten Handel der Zukunft zu verlieren, während anderorts Erfahrungsschätze aufgebaut, Standards gesetzt und Netzwerkeffekte realisiert werden.

Für den europäischen Handel ist Agentic AI Chance und Warnsignal zugleich. Das wirtschaftliche Potenzial ist enorm, aber chinesische und amerikanische Unternehmen haben bereits einen Vorsprung, die Chancen in Wachstum umzusetzen“, sagt Andreas Späne, Europachef bei Strategy&. „Die gute Nachricht für europäische Unternehmen ist: Es braucht keine Revolution über Nacht. Aber den Mut, heute loszulegen und Prozesse zu identifizieren, in denen KI‑Agenten sofort Wirkung entfalten können, etwa im Einkauf, in der Warenversorgung oder im Kundenservice. Dort gilt es, schnell zu pilotieren, Erfahrungen zu sammeln und Erfolge konsequent in die Breite zu skalieren.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie „The agentic AI revolution in retail - From vision to process reality“ erhalten Sie auf Anfrage oder unter: https://www.strategyand.pwc.com/de/en/industries/consumer-markets/agentic-ai-revolution-retail.html

Über Strategy&
Strategy& ist die globale Strategieberatung von PwC. Wir entwickeln individuelle Geschäftsstrategien für weltweit führende Unternehmen, basierend auf differenzierenden Wettbewerbsfähigkeiten. Wir sind die einzige Strategieberatung als Teil eines globalen Professional Services Netzwerks. Unsere Expertise kombinieren wir mit Technologie und erarbeiten daraus eine passende Strategie, die effizient umsetzbar ist. „Strategy, made real“ heißt für uns, den digitalen Wandel voranzutreiben, die Zukunft mitzugestalten und Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. 4.500 Strategieberater:innen und mehr als 365.000 PwC-Mitarbeiter:innen in 136 Ländern tragen hierzu mit hochwertigen, branchenspezifischen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Unternehmensberatung bei. Weitere Informationen unter www.strategyand.pwc.com/de.
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