Presseinformation vom 28.08.2025
Krems, 28.8.2025 – Am letzten Sonntag im September öffnen zum bereits 30. Mal in Österreich mehr als 250 Programmpunkte, bei freiem Eintritt ihre Türen für Familien und Kulturinteressierte. Unter dem Motto „DENKMAL bewahren, DIGITAL erfahren“ stellt das Bundesdenkmalamt die Chancen der Digitalisierung im Denkmalschutz und in der Denkmalpflege in den Mittelpunkt. Auch in Niederösterreich erwarten die Besucher:innen in diesem Jubiläumsjahr mehr als 30 vielfältige Programmpunkte, die Denkmale aus völlig neuen Perspektiven erlebbar machen – etwa durch digitale Rekonstruktionen oder Audioguides.
Digitale Zeitreise durch Österreichs Denkmallandschaft
Am 28. September 2025 öffnen im Rahmen des 30. Tag des Denkmals wieder historische Bauten, archäologische Stätten und Objekte, die sonst nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind, ihre Türen. Erstmals wird dabei die digitale Dimension in den Mittelpunkt gerückt. Besucher:innen können in ganz Österreich bekannte Museen mit digitalen Vermittlungstools erkunden, archäologische Ausgrabungen dank moderner Scantechnik entdecken oder in virtuelle Erlebniswelten eintauchen, die neue Perspektiven auf historische Bauwerke eröffnen. Ein Beispiel dafür, wie Vergangenheit durch digitale Innovation lebendig bleibt, ist der Dom in St. Pölten, ein bedeutendes Wahrzeichen der Stadt und Symbol für unsere Geschichte und Kultur. Eine umfassende Generalsanierung wird durch modernste digitale Dokumentation unterstützt. Am Tag des Denkmals werden die Digitalisate präsentiert und der Öffentlichkeit die Restaurierungsmaßnahmen sowie die digitale Erfassung des Gebäudes nähergebracht.
„Der 30. Tag des Denkmals ist für uns ein Meilenstein“, betont Dr. Christoph Bazil, Präsident des Bundesdenkmalamtes. „Mit dem Schwerpunkt auf Digitalisierung setzen wir ein klares Zeichen für eine zukunftsorientierte Denkmalpflege. Moderne Technologien unterstützen nicht nur den Erhalt unseres kulturellen Erbes, sondern eröffnen auch völlig neue Zugänge und Perspektiven.“
Die regionalen Highlights: Von digitalen Rekonstruktionen bis zu interaktiven Zeitreisen
In Niederösterreich können Besucher:innen den Tag des Denkmals 2025 auf spannende Weise erleben – eine gelungene Mischung aus digitalen und traditionellen Programmpunkten. Die Burgruine Ried am Riederberg vermittelt den Besucher:innen die Geschichte des Hoch- und Spätmittelalters, wo digitale Technologien zur archäologischen Dokumentation der einst imposanten Kuenringer-Burg eingesetzt werden. Mithilfe innovativer Methoden werden die Überreste der Burg detailliert untersucht und für die Zukunft bewahrt. Eine ebenso faszinierende digitale Zeitreise erwartet alle Interessierten im Arnulf Rainer Museum in Baden, einem herausragenden Beispiel des Klassizismus. Das historische Frauenbad wird durch moderne Medientechniken lebendig gemacht, während ein kostenloser Audioguide tiefere Einblicke in die ursprünglichen Badebecken und Umkleidekabinen bietet. Im Stift Melk führt Johannes Deibl, Leiter der Stiftsbibliothek, in die digitale Bewahrung mittelalterlicher Handschriften ein. Hier erfahren Besucher:innen, wie moderne Technologie und wissenschaftliche Arbeit dabei helfen, wertvolle historische Bestände langfristig zu sichern und digital zugänglich zu machen.
Besonders beeindruckend ist das Dominikanerkloster, heute Heimat des museumkrems. Der Kunsthistoriker Dr. Günther Buchinger führt alle Interessierten durch die Baugeschichte des Klosters. Seit den 1960er Jahren wurde die Klosteranlage mit viel Feingefühl restauriert und steht heute als herausragendes Beispiel für Denkmalpflege in Krems.
„Gerade in diesen schnelllebigen Zeiten sind Projekte zur Digitalisierung unseres gebauten Erbes wertvolle Bausteine der Kulturarbeit. Digital können Denkmale nicht nur hervorragend erforscht und vermittelt werden, sondern es eröffnen sich auch völlig neue Möglichkeiten, moderne Technik für die Wartung und Pflege der Originalsubstanz zu nutzen. Am Tag des Denkmals haben Besucher:innen die Gelegenheit, die Vielfalt innovativer digitaler Formate und traditioneller Programmpunkte zu entdecken. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucher:innen in Niederösterreich“, betont der Landeskonservator für Niederösterreich, DI DDr. Patrick Schicht.
Digitale Werkzeuge für die Denkmalpflege der Zukunft
Seit 1995 wird der Tag des Denkmals vom Bundesdenkmalamt in ganz Österreich koordiniert. Jedes Jahr nutzen tausende Kulturinteressierte die Gelegenheit, historische Objekte in ihrer Umgebung oder bislang unbekannte Orte neu zu entdecken. Neben der Vermittlung der Aufgaben des Bundesdenkmalamtes steht vor allem der Dialog mit Eigentümerinnen und Eigentümern als wichtige Partner:innen beim Erhalt des kulturellen Erbes im Fokus.
Ein zentrales Projekt des Bundesdenkmalamtes ist das digitale Denkmalregister HERIS – Heritage Information System. Die Plattform erfasst systematisch alle bekannten Bau- und Bodendenkmale Österreichs und bereitet sie mithilfe interaktiver Karten und strukturierter Datensätze nutzerfreundlich auf. Ergänzend dazu kommt das Open-Source-Tool Goobi zum Einsatz, welches die Digitalisierung und Erschließung umfangreicher Archivbestände, wie Pläne, Fotografien oder Dias, effizient unterstützt. Am Tag des Denkmals selbst stellt das Bundesdenkmalamt zwei Programmpunkte passend zum heurigen Motto vor: Die Abteilung für Digitalisierung und Wissensmanagement öffnet ihre Türen und präsentiert die digitale Infrastruktur des Bundesdenkmalamtes. Außerdem können im Rahmen eines digitalen Rundgangs durch die Hofburg die historischen Räumlichkeiten von Kronprinz Rudolf und Kaiser Franz II./I. über einen QR-Code zusätzlich virtuell erlebt werden.
Der Tag des Denkmals wird noch zugänglicher
Um Besucher:innen den Zugang zu den vielfältigen Programmpunkten rund um den Tag des Denkmals zu erleichtern, wurde die Website
www.tagdesdenkmals.at noch benutzerfreundlicher gestaltet. Dort können nun Programmpunkte favorisiert, individuelle Touren geplant und Denkmale bequem über eine interaktive Karte gefunden werden. Ein weiterer Service, mit dem das Bundesdenkmalamt die Digitalisierung unseres kulturellen Erbes vorantreibt.
„Mit digitalen Lösungen, wie HERIS, Goobi und der neuen Website zum Tag des Denkmals, schaffen wir zukunftsweisende Zugänge zur Denkmalpflege und zur Vermittlung unseres Auftrags“, so Mag. Florian Leitner, Leiter der Abteilung für Digitalisierung und Wissensmanagement im Bundesdenkmalamt. „Informationen und Veranstaltungen werden damit leicht zugänglich und zielgruppengerecht aufbereitet – für Fachpublikum ebenso wie für die breite Öffentlichkeit. So bringen wir unser Wissen und unsere Angebote noch besser in den Alltag.“
Europaweiter Fokus auf den Schutz unserer Denkmale
Der Tag des Denkmals ist der österreichische Beitrag der European Heritage Days (
www.europeanheritagedays.com) – einer europaweiten Initiative des Europarats und der Europäischen Union. Das europaweite Thema lautet 2025 „Heritage and Architecture: Windows to the Past, Doors to the Future". Im Jahr 1995 nahm Österreich erstmalig an den European Heritage Days teil, damals noch mit neun Programmpunkten in Oberösterreich. Bereits drei Jahre später waren Denkmale aus allen Bundesländern vertreten. Seit 2015 wird der Tag des Denkmals österreichweit einheitlich koordiniert und beworben.
Das vollständige Programm mit allen Details sowie weitere umfassende Informationen zum Tag des Denkmals und zu Denkmalschutz sowie der Denkmalpflege finden Sie online unter
www.tagdesdenkmals.at.