Presseinformation vom 29.10.2026
- Zahl der Gäste aus China soll bis 2036 um 178 Prozent steigen
- Auch aus Südkorea, Japan und Indien werden deutlich mehr Reisende erwartet
- Internationale Übernachtungen in Deutschland wachsen voraussichtlich um 29 Prozent
- Ausgaben internationaler Gäste in Deutschland sollen bis 2036 um 75 Prozent steigen
München, 29. Oktober 2026 – Wer in zehn Jahren durch deutsche Innenstädte, Museen oder Hotels geht, wird dort vermehrt auf internationale Gäste treffen. Vor allem Reisende aus Asien und dem Nahen Osten werden Deutschland zunehmend für sich entdecken. Das zeigt eine neue Tourismusstudie von Accor auf Basis von Prognosen von Tourism Economics.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Reisenden aus China: Ihre Ankünfte in Deutschland sollen zwischen 2026 und 2036 um 178 Prozent steigen. Für Südkorea wird ein Plus von 94 Prozent erwartet, für Japan von 92 Prozent und für Indien von 84 Prozent.
Insgesamt sollen die internationalen Übernachtungen in Deutschland bis 2036 um 29 Prozent zunehmen. Die Nachfrage aus dem asiatisch-pazifischen Raum könnte sogar um 111 Prozent wachsen, aus dem Nahen Osten um 112 Prozent. Damit würde sich nicht nur die Zahl der Gäste verändern, sondern auch Deutschlands touristisches Publikum deutlich internationaler werden.
Die meisten Gäste kommen weiterhin aus den Nachbarländern
Trotz des starken Wachstums aus Asien bleiben die Nachbarländer für den Deutschlandtourismus wichtig. Die Niederlande und die Schweiz dürften auch 2036 die beiden größten internationalen Herkunftsmärkte sein, gefolgt von den USA und dem Vereinigten Königreich. China könnte bis dahin bereits an fünfter Stelle stehen.
Die Prognosen zeigen damit zwei Entwicklungen zugleich: Reisen innerhalb Europas bleiben das Fundament des Tourismus. Das stärkste zusätzliche Wachstum kommt jedoch aus weiter entfernten Ländern.
Zu den Treibern dieser Entwicklung zählt laut Studie, dass internationale Reisen für immer mehr Menschen erschwinglich und erreichbar werden. Steigende Einkommen, neue Flugverbindungen und eine bessere touristische Infrastruktur erleichtern es insbesondere Reisenden aus Asien und dem Nahen Osten, Europa zu besuchen.
Mehr Gäste, aber vor allem höhere Ausgaben
Für Deutschland geht es dabei nicht allein um steigende Übernachtungszahlen. Die Gesamtausgaben internationaler Gäste sollen bis 2036 um 75 Prozent wachsen und damit deutlich stärker zulegen als die Zahl der internationalen Übernachtungen, für die ein Plus von 29 Prozent erwartet wird.
Besonders kräftig dürften die Ausgaben für Transport steigen, mit einem prognostizierten Plus von 88 Prozent. Für Freizeit, Kultur und Sport wird ein Zuwachs von 79 Prozent erwartet, für Restaurants und andere gastronomische Angebote von 78 Prozent. Im Einzelhandel könnten internationale Gäste 72 Prozent mehr ausgeben.
Von der Entwicklung könnten somit nicht nur Hotel profitieren. Zusätzliche Nachfrage dürfte auch für Restaurants, Geschäfte, Kulturangebote, Freizeitattraktionen und Verkehrsanbieter entstehen.
Auch deutsche Reisende bleiben ein wichtiger Faktor
Neben dem internationalen Tourismus wächst auch die Nachfrage aus dem Inland weiter. Die Zahl der Übernachtungen deutscher Gäste im eigenen Land soll bis 2036 um 22 Prozent steigen. Insgesamt wird für Deutschland ein Plus von 24 Prozent bei den touristischen Übernachtungen erwartet.
Deutschland gehört damit weiterhin zu den etablierten und besonders bedeutenden Reisezielen Europas. Gleichzeitig verändert sich die Herkunft seiner Besucher. Reiseziele und touristische Anbieter müssen sich künftig auf unterschiedliche Sprachen, Buchungsgewohnheiten und Erwartungen einstellen.
„Europa bleibt dank seiner außergewöhnlichen Vielfalt das gefragteste Reiseziel der Welt. Es gibt allen Grund, zuversichtlich in die Zukunft der Hospitality-Branche zu blicken. Nur wenige Regionen vereinen Kulturen, Landschaften, Städte, Küsten, Geschichte, Kulinarik und Erlebnisse auf so engem Raum und sind zugleich so gut angebunden und erreichbar. Etablierte Tourismusmärkte werden weiterhin erfolgreich sein. Das Wachstum des kommenden Jahrzehnts wird jedoch auch von neuen Reisenden, neuen Reisezielen und veränderten Nachfragemustern geprägt – denn Reisende suchen nach anderen Orten und Erlebnissen. Am besten werden sich jene Unternehmen entwickeln, die diese Veränderungen verstehen und sich darauf einstellen, um die wandelnde Nachfrage zu nutzen.”
Karelle Lamouche – CEO Europe & North Africa Premium, Midscale & Economy Brands bei Accor.
Europas Reisekarte verändert sich
Auch über Deutschland hinaus verschiebt sich die europäische Reisekarte. Insgesamt soll die Zahl der touristischen Übernachtungen in Europa zwischen 2026 und 2036 um 32 Prozent steigen. Bei internationalen Übernachtungen wird ein Plus von 42 Prozent erwartet.
Während Reise-Klassiker wie Spanien, Frankreich, Italien, das Vereinigte Königreich und Deutschland stark gefragt bleiben, holen kleinere und bislang weniger bekannte Ziele auf. Besonders hohe Wachstumsraten werden unter anderem für Lettland, Rumänien, Ungarn, Litauen, Kroatien und Estland prognostiziert.
Verbesserte Verbindungen, vergleichsweise erschwingliche Angebote und das Interesse an weniger bekannten Reisezielen machen diese Länder für internationale Gäste attraktiver. Europas Tourismus verteilt sich damit zunehmend auf mehr Länder, Regionen und Städte.
Die Studie „From Change to Opportunity – The Changing Face of Europe’s Tourism Map to 2036“ untersucht die Entwicklung des Tourismus in 47 europäischen Ländern. Grundlage sind Prognosen von Tourism Economics für den Zeitraum von 2026 bis 2036.
Die komplette Studie steht hier zum Download bereit: The Changing Face of Europe's Tourism Map to 2036 Report | Accor